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Wonderslug
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Was bei einer Recherche so schief gehen kann.

von Katja Schweitzberger · geschrieben am 19. August 2010 · read this article in English

Geplant war ein Feature über Stars und ihr Styling. Aber nicht darüber, welcher Promi den besten Stil hat oder gerade der angesagteste Trendsetter ist. Sondern darüber, welche Bedeutung das Äußere heute für die Karriere eines Musikers oder Schauspielers hat. Wieviel Arbeit hinter einem Look für die Oscar-Verleihung steht. Warum Leser von Magazinen wie InStyle oder Grazia oft mehr Wert auf die Kleidung ihres Lieblingspromis legen als auf seine eigentliche Arbeit. Natürlich sollte das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet werden inklusive Interview mit einem Stylisten, Mode-Journalisten und blog-spezifisch mit den Stil-Kritikerinnen von Go Fug Yourself.

Gut einen Monat vor Deadline begann ich fleißig mit der Recherche. Blätterte durch die bekannten Promi-Magazine und durchforstete das Internet nach Informationen über Prominente und die Menschen hinter ihrem Styling. Schnell fand ich die für meinen geplanten Artikel passende Stylistin: Trish Summerville. Verantwortlich für die zahlreichen Imagewechsel von Christina Aguilera. Von der fast unschuldigen “Genie in a Bottle” über sexy” Lady Marmelade” zu “Dirrty Christina”. Vor Kurzem, pünktlich zum neuen Album „Bionic“, startete die Sängerin einen weiteren Image-Wechsel. Miss Aguilera bzw. ihre Stylistin beherrschen das Spiel mit Kleidung und dem verbundenen Image bestens. Zweite und dritte Wahl als Interviewpartner waren Lysa Cooper, die u.a. mit Lindsay Lohan und Rihanna zusammengearbeitet hat, und Tara Swennen, die beispielsweise für die Outfits von Kristen Stewart und Miley Cyrus verantwortlich ist. Von den Assistenten der beiden habe ich leider nie eine Antwort erhalten. Umso überraschter war ich, als Trish‘s Agent sich schon nach einem Tag zurückmeldete und mich bat, meine Fragen per E-Mail loszuschicken. Trish würde sich dann sobald wie möglich darum kümmern.

Euphorisch und motiviert von diesem Fortschritt setzte ich mich mit den Damen von Go Fug Yourself in Kontakt, die mir in kürzester Zeit und mit freundlichsten Emails ihre Antworten übermittelten. Die Suche nach einer geeeigneten Promi-Experten gestaltete sich dann schon wieder schwieriger. Auf Anfragen bei großen amerikanischen Magazinen wie Vanity Fair oder InStyle wartete ich einmal mehr vergeblich auf Rückmeldungen. Also verlagerte ich meine Suche nach einer geeigneten Insiderin auf den deutschen Zeitschriftenmarkt und fand dort in Sonja Seifert, Moderedakteurin bei der Grazia, die richtige Ansprechpartnerin. Unkompliziert und zügig stand sie mir Rede und Antwort. Langsam ordnete ich für mich das bisher gesammelte Material aus Internet, Berichten und natürlich meinen zwei Experten-Interviews und versuchte daraus meine geplantes Feature zu bauen. Langsam kam auch die Deadline immer näher.

Nach einer Woche Wartezeit erkundigte ich mich dann zum ersten Mal nach dem Stand des Interviews mit Stylstin Trish Summerville bei ihrer Agentin Laura. Freundlich wie die Amerikaner eben sind, wurde ich auf die nächsten Tage vertröstet. Trish sei gerade mitten in der Planung der Tour von Adam Lambert und deswegen schwer beschäftigt. Aber wenn sie ein paar freie Minuten habe, würde sie sich meinen Fragen widmen. Wurde mir sinngemäß mitgeteilt. „Na gut, dann warte ich eben noch ein paar Tage.“, dachte ich mir. In der Hoffnung von der renommierten Stylistin endlich meine brennenden Fragen nach ihrer Arbeit beantwortet zu bekommen um dann tatsächlich meinem Text die wichtigsten und erwartungsgemäß spannendsten Informationen hinzuzufügen. Die CIRCUS-Redaktion bat ich, meine Deadline noch um eine Woche zu verschieben. Kein Problem, immerhin klang das, was da kommen sollte, vielversprechend. Leider kam es eben nie an. Noch mindestens fünf E-Mails im Stil der oben beschriebenen erhielt ich von Laura. Trish war wohl mit Reisen, Kurzfilmen und Werbe-Shootings beschäftigt. Für meine paar Fragen blieb da in ganzen zwei Monaten leider keine Zeit.

An die Stelle meiner anfänglichen Euphorie trat nun Ernüchterung. Genug Zeit um eine andere Stylistin zu finden war leider auch nicht mehr übrig und so versuchte ich gemeinsam mit der CIRCUS-Redaktion das Beste aus dem gesammelten Material und unseren Gedanken herauszuholen. Das Ergebnis ist nun nicht das was es eigentlich werden sollte, aber hoffentlich nicht minder lesenswert. Davon könnt ihr euch ab dem 14. September selbst überzeugen. Und ich merke mir für den nächsten größeren Text, dass ich am besten so früh wie irgendwie möglich mit der Recherche anfange und mich besser nicht auf einen Interviewpartner versteife.

Katjas eigenen Blog findet ihr hier: beesandballons.blogspot.com – lesen!

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