/
received a Lead Award and an ADC Award
CIRCUS
THE BLOGGERS' BOOKAZINE

Stijl
Stijl

Interview: Stijl – voll in Mainz

von Inga Schoermann · geschrieben am 18. Januar 2011 · read this article in English

Ich sitze ausnahmsweise an meinem privaten Schreibtisch in Darmstadt, als ich Bastian Steineck auf ein Heißgetränk treffe. Er sitzt in seinem Büro in Mainz. Skype macht’s wie immer möglich. Während ich meinen Pfefferminztee schlürfe, trumpft er mit einem großen Becher Kaffee mit Milchschaum auf. Eine Koproduktion der Bürogemeinschaft, wie er schmunzelnd sagt. Adrett sieht er aus mit seinem blonden, wuscheligen Haar und dem schwarzen Hemd. Was er da in Mainz macht? Lest selbst.

Du bist einer der Hauptverantwortlichen für die Messe Stijl, die am Wochenende vom 29. und 30. Januar in Mainz stattfindet. Bevor wir darauf zu sprechen kommen, worum es da geht, wüsste ich allerdings gerne, wie man es richtig ausspricht. Sagt ihr wie im Deutschen „Stil“ oder wie im Englischen „Style“?

Eigentlich spricht man es „Style“ aus. Der Name ist angelehnt an die niederländische Künstlervereinigung „De Stijl“. Viele sagen aber mittlerweile „Stil“ und auch im Orga-Team sagen wir als Gag fast nur noch „Stil“. Offiziell heißt es aber immer noch „Style“.


Bastian Steineck

Ihr nennt die Stijl auch „Festival und Messe für Fashion, Sport und Design“ – warum entscheidet ihr euch da nicht?

Naja, die Messe hat sich in sehr kurzer Zeit weiterentwickelt. Der Grundgedanke war, dass man im Textilgewerbe am Ende der Saison immer noch Restwaren übrig hat, die man trotz Sale nicht los wird. Bei der Stijl sollten alle aus dem Gewerbe zusammenkommen und raushauen, was sie übrig haben. Quasi ein riesiger Lagerverkauf mit entsprechend niedrigen Preisen.
Aber das war nicht alles: Es sollte auch eine wertige Präsentationsplattform für junge Kreative werden – und zwar für alle, die sich in unserem „Kosmos“ bewegen. In unserem „Kosmos“ dreht sich alles um Musik, Design, Kunst, Mode, Internet und Sport. Festival-Charakter gewinnt es dadurch, dass es keine „Rein-Raus-Messe“ ist, bei der man die drei Euro Eintritt zahlt, einmal eine Runde dreht und wieder geht. Also gibt es diverse Nebenevents, sei es Live-Musik und ein bisschen Äkschn. Sagt dir Headis etwas?

Nein.

Headis ist quasi Kopfball-Tischtennis, das spielen wir diesen Winter. Außerdem kann man sich T-Shirts bedrucken lassen, eine Streetart-Ausstellung besuchen oder auf Graffiti-Walls malen. Die Jungs von Consollection werden mit ein paar Oldschool-Gamekonsolen anrücken. Sensationell ist auch die Halbzijt-Party (natürlich mit ij geschrieben) am Samstagabend.

Und welche Aussteller zählen zu deinen Highlights?

Wir haben treue Begleiter, für die es die vierte Teilnahme wird, manche von denen kommen von sehr weit weg etwa aus Berlin ins beschauliche Rheinland-Pfalz. Wir kooperieren etwa schon zum zweiten Mal mit DaWanda, sodass es auch viel Handgemachtes und Unikate von Nachwuchsdesignern gibt. Besonders freue ich mich auf die vielen „Frischlinge“. Für mich gehören Frisur Clothing, Trinitas, Selma und Schokoklunker zu den Highlights. Aber ich freue mich natürlich auf jeden einzelnen Aussteller.

Wo findet das alles statt?

Bisher war es immer in einer alten Lagerhalle, aber weil wir kontinuierlich gewachsen sind, geht’s jetzt ins Alte Postlager Mainz. Das ist auch zentraler in der Stadt, direkt neben dem Bahnhof. Aber den Fabrik-Charme wollen wir beibehalten. Wir haben ja auch Skateboard-Jungs, die mit ihren Rollbrettern durch die Halle fahren. Das passt also gut.

Auf eurer Website steht, dass ihr ein Team ehemaliger Designstudenten seid.

Das stimmt nicht ganz. Meine beiden Chefs sind zwar Grafiker. Aber ich studiere Publizistik und kümmere mich um alles Organisatorische, während mein Chef die wichtigen Entscheidungen trifft. Das heißt, ich sitze sehr viel im Büro – aber auch sehr gerne. Im erweiterten Helferteam ist noch ein Publizistikstudent und ein Grafiker. Das Tolle ist, dass alle etwa in meinem Alter sind, ich bin 23, und wir sind auch alle auf der gleichen Wellenlänge.

Ähnlich wie bei uns. Und weil wir uns auch direkt so gut verstanden haben und das Konzept so prima finden, hat auch CIRCUS einen Stand bei der Stijl. Wir sind schon sehr gespannt – mit wievielen Besuchern rechnet ihr?

Es gab die Messe bisher drei Mal und wir hatten insgesamt um die 8000 Besucher. Dieses Mal werden schätzungsweise 4000 Besucher da sein. Mainz ist zum Glück sehr dankbar für alles, was neu – und eben anders ist.

Fotos: Stijl

Comments Closed

One comment:

  1. Yorick:

    “… he shows off with a cup of coffee with milk froth.”

    Show-off – Ha ha, that seems like he’s a pretentious git. Word choice maybe? I bet he’s quite tolerable.