/
received a Lead Award and an ADC Award
CIRCUS
THE BLOGGERS' BOOKAZINE

Herznote
Herznote

Top-Typen teasen Top-Designer

von Eva Anhaeuser · geschrieben am 9. November 2010 · read this article in English

Mit der Fotostrecke ‘Fashion Victim’ eröffnen Fotograf Per Schorn und Art Director Felix Scheu den ersten CIRCUS. Hinter den Werbungen der großen Designer, die sie in einschlägigen Printpubikationen veröffentlicht haben, vermuten Per und Felix ganz andere Szenarien als den alltäglichen Modezirkus. Seht selbst – und lest hier über die Show hinter den Kulissen.

Hallo TOP-CREW,

hat euch jemand anderes schon einmal einen so schönen Namen gegeben?

Wir sind ehrlich gesagt immer wieder selbst ein wenig überrascht, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert. Jedenfalls TOP-danke für den netten Spitznamen.

Seid ihr, so wie wir, TOP-zufrieden mit eurem Projekt?

Das beste, was wir bis jetzt gemacht haben! Das sagen wir eigentlich immer, aber diesmal stimmt es. Auch das sagen wir immer, aber diesmal …

Warum war für euch klar, dass ihr CIRCUS Artisten werden wollt?

Das Bookazine- Format ist einfach interessant. In gewisser Weise passt es durch die von Bloggern generierten Inhalte in die Zeit, sticht aber durch die Beständigkeit des Mediums auch wieder aus ihr hervor. Das zwingt dazu, aktuell zu sein und doch tiefgründig. Da haben wir uns sofort zu Hause gefühlt.

Wie lange hat es gebraucht bis ihr euch für eine endgültige Idee entschieden habt?

Kann man so gar nicht sagen. Das war ein Prozess über ca. 3 Wochen, bei dem man aber nicht kontinuierlich an das Projekt denkt. Das wichtigste dabei ist, zwischendrin Abstand zu gewinnen ohne sich vom Thema zu entfernen. Diese Art „konzentriertes Wegsehen“ hilft dabei, Betriebsblindheit zu vermeiden.

Habt ihr studiert oder ist es Talent, das euch so weit bringt?

Das Studium hat uns sicherlich die Zeit und Freiheit gegeben, unsere Talente zu erkennen und zu entwickeln. Wenn man sich diese Dinge auch ohne Studium nehmen kann, braucht man es vielleicht nicht.

Habt ihr Vorbilder?

Da fallen uns einige Designer und Fotografen ein, zu denen wir aufblicken. Dennoch muss man aufpassen, dass man sich dadurch nicht zu sehr versteift und seinen eigenen Weg aus den Augen verliert. Es geht uns aber runter wie Öl, mit Peter Lindbergh in einem Bookazine veröffentlicht zu sein.

Wie lange arbeitet ihr schon zusammen?

Den ersten Kurs in experimenteller Fotografie während des Studiums haben wir 2006 belegt. Die erste Arbeit nach dem Studium war dann die Beauty- Strecke „Haircore“, die wir zusammen mit der Visagistin Ellen Swiezy realisiert haben, die seit dem das Team komplettiert.

An welchem Bild habt ihr am meisten „geschummelt“?

„Schummeln“ würde ja eine Täuschung des Betrachters voraussetzen, also das Vorspiegeln falscher Tatsachen. Insofern passt der Begriff auf derartig inszenierte Aufnahmen eher nicht. Wenn es darum geht, welches Bild die meiste Arbeit erfordert hat, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, dann wäre das das letzte Bild, auf dem Scarlett ziemlich tot aussah.

Gibt es eine lustige Geschichte, die euch während der Produktion passiert ist?

Bevor wir jetzt irgendwas witziges erfinden: Es war zum größten Teil konzentriertes Arbeiten, bei dem wir aber trotzdem viel Spass hatten. Wichtig ist es, dass wir auch keine Horror- Geschichten erzählen können. Bemerkenswert ist vielleicht, dass wir diese Fussball- WM nicht vergessen werden, obwohl wir fast keine Spiele gesehen haben.

Per, du bist der Fotograf. Da möchte ich mich auch noch einmal für den missverständlichen Satz auf unserer Rückseite entschuldigen: Eigentlich sollte es heißen „Per schießt ein ‘Fashion Victim’“. Jetzt konnte ich dich bei einem Shooting selbst erleben, dein Umgang mit den Models ist super – total locker. Arbeitest du am liebsten mit Menschen?

Eigentlich bin ich ein Stillleben-Fotograf, der aus Versehen vor fünf Jahren angefangen hat Menschen zu fotografieren. Unbelebte Objekte können einem nur begrenzt Feedback geben, für mich ist es deswegen interessanter, mit Menschen zu arbeiten. Ein Objekt ist an jedem Tag dasselbe, aber die Stimmungen von Menschen können sich blitzschnell ändern. Sich darauf einzulassen und dies bis zu einem gewissen Grad zu steuern ist das reizvolle an der People-Fotografie.

Felix, das Foto ist die Vorarbeit für deine Arbeit. Was fasziniert dich am meisten an der Post Production? Wie gut muss ein Foto trotz allem vorbereitet sein?

Ich hatte mir die Bilder eigentlich von Anfang an so vorgestellt, wie wir sie dann letzten Endes geschossen haben. Postproduction und Art Direction gehen in meinem Kopf Hand in Hand. Einen schwachen Ansatz kann gute Post zwar überdecken, aber dann endet man mit seinen Bildern dort, wo das moderne Mainstream- Kino ist: Es geht nur noch um die Oberfläche, nicht mehr um Substanz.

Und meine letzte Frage: Wenn euch die Arbeit überkommt, wo flieht ihr hin?

Per: Ich gehe aus der Tür und schlendere ohne ein besonderes Ziel durch die Gegend, dann sortieren sich meine Gedanken neu und ich kann weiter arbeiten.

Felix: Wenn das Telefon aus ist, bin ich wahrscheinlich Biken auf dem Feldberg. Gute Idee eigentlich …

Comments Closed

Comments are closed for articles older than three weeks.